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Ausflug in die Geschichte


Während die Verarbeitung von Tierhaar wohl eher unserer Zeit entspringt und Ausdruck unserer starken Verbindung und tiefen Zuneigung zu unseren Haustieren ist, blickt die Verarbeitung von Menschenhaar bereits auf eine eindrucksvolle Geschichte zurück.

Die besondere Wertschätzung verdankte das Haar den Vorstellungen um die ihm innewohnende magische Kraft. Wer ein Haar von einem Andern besaß, hatte Macht über ihn. So wird auch in alten Märchen berichtet, dass ein Haar stärker zu fesseln vermöge als die stärkste Eisenkette. Nicht von ungefähr wurde das Haar deshalb in vielen Märchen thematisiert, z.B. Rapunzel, der Teufel mit den drei goldenen Haaren etc.

Das menschliche Haupthaar wurde in früheren Zeiten zum persönlichen Andenken an einen bestimmten Menschen, indem es zu kostbarem Schmuck verarbeitet wurde. Die zeitliche Blüte dieser Kunstwerke lag vor allem im 19. Jahrhundert und ging einher mit einer Zeit des ausgeprägten Freundschaftskultes und der Neigung zur Empfindsamkeit in Romantik und Biedermeier. Hauptmotive der Schmuckstücke waren Liebe, Treue und Freundschaft. Die einfachste Form des Haarschmucks, die sich bis heute erhalten hat, ist die Locke im Medaillon. Eher in Vergessenheit geraten ist der Brauch, dass Herren damals üblicherweise ihre Taschenuhren an Ketten trugen, die aus den Haaren der Ehefrau oder Verlobten gefertigt waren.

Gemeinsam ist Menschen- und Tierhaar eines: der hohe Symbolwert eines sehr persönlichen Andenkens.


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